Zwischen Sichtbarkeit und Scheu – Warum ich trotzdem bleibe

Mir fällt es schwer. Wirklich schwer. 

Marketing. Sichtbarkeit. Mich selbst in den Mittelpunkt stellen. Das ist nicht meine Welt. 

Ich bin nicht der Typ, der in eine Kamera lächelt und sagt: „Hier bin ich, kauf mein Buch.“ Ich war nie der Mensch, der laut wurde. Ich schreibe – weil ich etwas sagen will. Nicht, weil ich gesehen werden will. 

Und doch sitze ich jetzt hier. Auf dem Pferd namens Instagram. Und ganz ehrlich? Ich fühle mich, als wäre ich in der falschen Geschichte gelandet. Mein Buch, „Das Netzwerk der Vielfalt“, ist veröffentlicht. Ich sollte mich freuen, und das tue ich auch – irgendwo tief drin. Aber gleichzeitig tobt in mir ein Konflikt: Ich habe dieses Buch geschrieben, damit ein Gedanke sich in der Welt verwebt. Damit er gelesen, gespürt, weitergetragen wird.  Nicht damit ich mich vermarkte. Nicht damit ich täglich poste, wie viel Kaffee ich trinke oder wie mein Schreibtisch aussieht. 

Und trotzdem weiß ich:  Wenn ich nicht sichtbar werde, wird es die Geschichte vielleicht auch nicht.  Und das macht mir Angst.  Ich frage mich: Was soll ich posten? Wie viel Zeit soll ich investieren? Und gleichzeitig schreit ein Teil in mir: Wäre es nicht einfacher, es gut sein zu lassen? Einfach das Buch rausgeben und verschwinden? 

Aber dann erinnere ich mich an den Grund, warum ich überhaupt geschrieben habe. 

Es geht nicht um den Boten. Es geht um die Botschaft. Und diese Botschaft will ich nicht nur zwischen zwei Buchdeckeln verstecken.

Ich will, dass sie atmet.
Dass sie ein Netz bildet.
Dass sie sich mit anderen Ideen verbindet – und vielleicht auch mit Menschen, die sich darin wiederfinden. 

Ich werde also bleiben.
Unsicher. Still. Aber entschlossen.
Ich werde herausfinden, wie man sich zeigt, ohne sich zu verlieren. 

Und wenn du das hier liest und dich ähnlich fühlst – willkommen im Netzwerk. 


Herzlich
Nikola Lysander 
01.05.2025